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JVA Bruchsal: nervenfachärztliches Sachverständigengutachten liegt vor

Datum: 13.04.2015

Kurzbeschreibung: Pressemitteilung

Pressemitteilung

13.04.2015

JVA Bruchsal: nervenfachärztliches Sachverständigengutachten liegt vor

Im Fall des am 09.08.2014 in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal tot aufgefundenen Gefangenen liegt das nervenfachärztliche Sachverständigengutachten zu dem Verstorbenen vor.

Nach Einschätzung des Sachverständigen beruhte die Entscheidung des Gefangenen, sich vor seinem Tod nur noch mangelhaft zu ernähren, nicht auf dessen freier Willensbestimmung, sondern auf einer krankhaften Störung der Geistestätigkeit. Der Sachverständige ist der Auffassung, dass der Tod mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch eine konsequente - auch zwangsweise - Gabe von Psychopharmaka, gegebenenfalls in Verbindung mit einer künstlichen Ernährung, hätte verhindert werden können.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass auch mit der vom Sachverständigen vorgenommenen medizinischen Bewertung eine strafrechtliche Verantwortlichkeit der Beschuldigten nicht feststeht. Den Verteidigern wird Gelegenheit gegeben, zu dem Gutachten Stellung zu nehmen und Einwände vorzutragen. Auch die weiter entscheidungserhebliche Frage, ob der Tod des Gefangenen für die Beschuldigten vorhersehbar war, ist Gegenstand weiterer Ermittlungen. Eine strafrechtliche Bewertung - unter Einbeziehung aller Erkenntnisse - kann erst in einer verfahrensabschließenden Entscheidung vorgenommen werden.



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