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Nach Freispruch von Harry Wörz durch das Landgericht Mannheim: Ermittlungen eingestellt kein ausreichender Verdacht für Anklageerhebung gegen andere Personen

Datum: 14.01.2013

Kurzbeschreibung: 

Karlsruhe, 14. Januar 2013

Nach Freispruch von Harry Wörz durch das Landgericht Mannheim:
Ermittlungen eingestellt
kein ausreichender Verdacht für Anklageerhebung gegen andere Personen

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Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat jetzt die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem versuchten Mord an der früheren Ehefrau des Harry Wörz am 28./29.04.1997 in Birkenfeld eingestellt. Im Ergebnis konnte gegen keine Person ein hinreichender Tatverdacht begründet werden.

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Am 22.10.2009 hatte das Landgericht Mannheim Harry Wörz rechtskräftig vom Vorwurf des versuchten Mordes an seiner damaligen Ehefrau freigesprochen. Wesentlich hierfür war die Erwägung, dass auch ein mittlerweile 53 Jahre alter Mann, der damals eine Beziehung mit dem Opfer hatte, als Täter in Betracht kommt, was sich im Ergebnis zu Gunsten von Harry Wörz auswirkte.

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Im Anschluss beauftragte die Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe die Staatsanwaltschaft Karlsruhe mit der Prüfung, ob aufgrund der Ausführungen in der Urteilsbegründung zu dem möglichen anderen Täter gegen ihn Ermittlungen aufzunehmen seien. Problematisch bei den dann gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe, Landespolizeidirektion, geführten Ermittlungen war neben der wechselvollen Prozessgeschichte und dem erheblichen Zeitablauf die sich daraus ergebende Konsequenz einer beschränkten Beweiskraft von Beweismitteln, nicht

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zuletzt aber die nunmehr fehlende Möglichkeit, zeitnah zur Tat überhaupt Erkenntnisse zu gewinnen. Dennoch konnten im Zuge der sehr umfangreichen und komplexen Ermittlungen Gesichtspunkte gefunden und herausgearbeitet werden, die gegen weitere Personen den Anfangsverdacht einer Täterschaft begründeten. Es handelte sich dabei um Personen, die in unterschiedlicher Nähe zum Opfer standen und unterschiedliche Bezüge zu ihm hatten. Darunter befand sich auch der Mann, der vom Landgericht Mannheim als möglicher Täter benannt worden war. Trotz umfangreicher Ermittlungsmaßnahmen war im Ergebnis ein die Anklageerhebung rechtfertigender Tatverdacht gegen keine dieser Personen zu begründen.

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Im Verfahren gegen Wörz hatte das Landgericht Mannheim in Anwendung des Grundsatzes „Im Zweifel für den Angeklagten“ u. a. zu fragen, ob verschiedene beweisrelevante Umstände auf eine andere Person als Wörz als Täter hindeuten und sich daher zu Gunsten von Wörz auswirken müssen. In dem vorliegenden Ermittlungsverfahren war eine entsprechende Bewertung vorzunehmen. Bei der Beurteilung der Beweislage gegen den vom Landgericht Mannheim statt Wörz benannten möglichen Täter war bei den einzelnen Beweismitteln – allein und in ihrer Gesamtschau – zu prüfen, ob sie überwiegend wahrscheinlich für seine Täterschaft sprechen oder eben – jetzt zu seinen Gunsten – keine derartige Aussagekraft mehr haben. Bereits diese prozessuale Vorgabe bedeutete eine deutliche Relativierung der vom Landgericht Mannheim erörterten Umstände für die Beweisführung gegen den 53-Jährigen.

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Im Ergebnis war gegen ihn keine Beweissituation zu begründen, bei der seine Täterschaft überwiegend wahrscheinlich wäre. Objektive Beweise für seine Täterschaft ließen sich nicht feststellen. Insbesondere kamen aber auch noch weitere Personen mit unterschiedlichen Bezügen zum Opfer als mögliche Täter in Betracht. Ohne dass gegen eine dieser Personen ein Tatnachweis geführt werden konnte, begründete diese Sachlage berechtigte Zweifel an der Täterschaft des vom Landgericht Mannheim benannten Mannes. Die Ermittlungen wurden daher eingestellt.

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Anmerkung:
Trotz des erheblichen öffentlichen Interesses am „Fall Harry Wörz“ und dessen Fortgang sollen hier keine weiteren Einzelheiten mitgeteilt werden. Vor dem Hintergrund, dass gegen keine der Personen, gegen die ermittelt wurde, ein hinreichender, die Anklageerhebung rechtfertigender Tatverdacht begründet werden konnte, spricht für sie jeweils die Unschuldsvermutung. Der Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte wirkt sich insoweit maßgeblich auf den Umfang möglicher Auskünfte aus.

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