Suchfunktion

Hauptverhandlung wegen Untreue im Zusammenhang mit Geldanlagen

Datum: 08.01.2013

Kurzbeschreibung: 

Mitteilung über Hauptverhandlungen in Strafsachen in der Woche vom 14. - 18.01.2013

2 Ls 510 Js 15239/09             Untreue u. a.
Amtsgericht Karlsruhe
Schlossplatz 23
76131 Karlsruhe
Montag, 14.01.2013
9:00 Uhr, Saal 1.09

Der 73 Jahre alte Angeklagte aus dem Landkreis Karlsruhe muss sich u. a. wegen Untreue und Bankrott vor dem Amtsgericht Karlsruhe verantworten.

zum Seitenanfang

Ohne die hierfür erforderliche Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz sei er verantwortlicher Betreiber eines "Aktienclubs" bzw. einer "Aktienbetreuung" gewesen. Zweck dieser Gesellschaft sei "das langfristige Aktiensparen" gewesen, die im jeweiligen Kalenderjahr realisierten Kursgewinne bzw. Verluste sollten den Gesellschaftern entsprechend ihrer Anteile zugerechnet werden. Darüber hinaus habe der Angeklagte – ebenfalls ohne erforderliche Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz – mit dem Versprechen einer festen Verzinsung und Wertsteigerung der Einlagen um 6 % jährlich Gelder eingeworben.

zum Seitenanfang

Insgesamt hätten zahlreiche Personen über diese beiden Anlageformen zwischen März 2000 und April 2009 insgesamt fast 2,2 Millionen € einbezahlt bzw. angelegt. Dem hätten Rückzahlungen an die Anleger lediglich in Höhe von etwa 750.000 € gegenübergestanden. Insbesondere beim "Aktienklub" bzw. der "Aktienbetreuung" habe der Angeklagte keine getrennte und zutreffende Buchführung betrieben und den Anlegern über Kontoauszüge mit falschen Guthaben einen Wertzuwachs vorgegaukelt. Dadurch sei den Anlegern die Möglichkeit genommen gewesen, ihre Anlagen bei eingetretenen Verlusten rechtzeitig zu kündigen.

zum Seitenanfang

In Anbetracht dieser Umstände sei der zutreffende Wert der Anlagen nicht feststellbar gewesen, weswegen sie für die Anleger wirtschaftlich wertlos gewesen seien. Der Verbleib der nicht zurückgezahlten Gelder konnte nicht aufgeklärt werden.

zum Seitenanfang

Darüber hinaus besteht gegen den Angeklagten der Verdacht des Bankrotts, gegen die 62 Jahre alte Mitangeklagte der Verdacht der Beihilfe dazu. Ende 2008 sei der Angeklagte nicht mehr in der Lage gewesen, mindestens 90 % seiner fälligen Geldschulden insbesondere gegenüber den Anlegern zu bezahlen.

zum Seitenanfang

Dennoch habe er im Februar / März 2009 ein Grundstück mit Wohnhaus an die Mitangeklagte übertragen. Als Gegenleistung habe er von ihr einen Miteigentumsanteil an einem unbebauten Grundstück erhalten, der aber deutlich weniger wert gewesen sei. Hierdurch habe er erhebliche Vermögenswerte dem Zugriff seiner Gläubiger entzogen. Diese Umstände seien den Angeklagten bewusst gewesen.

Fußleiste