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Staatsanwaltschaft Karlsruhe und Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Polizei/Zollfahndung Karlsruhe sprengen international arbeitenden Dealer-Ring

Datum: 08.03.2005

Kurzbeschreibung: 

Gemeinsame Presseinformation der Staatsanwaltschaft Karlsruhe, des Regierungspräsidiums Karlsruhe und des Zollfahndungsamtes Stuttgart

Staatsanwaltschaft Karlsruhe und Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Polizei/Zollfahndung Karlsruhe sprengen international arbeitenden Dealer-Ring

Haftbefehle vollstreckt / Europaweite Durchsuchungen

Schmuggel von über einer halben Tonne Rauschgift in den letzten zwei Jahren

41-jähriger Karlsruher Geschäftsmann mutmaßlicher Kopf der Rauschgiftbande

Mit der heutigen Festnahme von acht Rauschgiftdealern im Alter von 38 bis 47 Jahren –darunter eine 45-jährige Frau-, der Durchsuchung von 17 Wohn- und Geschäftsräumen und der Sicherstellung von umfangreichen Beweismitteln sowie Vermögenswerten (3,6 Millionen Euro) gelang der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) des Regierungspräsidiums Karlsruhe -bestehend aus Beamten der Landespolizeidirektion Karlsruhe und des Zollfahndungsamtes Stuttgart- ein erneuter Schlag gegen den internationalen Rauschgifthandel.

Die von der GER Karlsruhe koordinierten Festnahme- und Durchsuchungsaktionen fanden heute Morgen zeitgleich in Spanien (Mallorca), der Schweiz (Kanton Schwyz), in Baden-Württemberg (Karlsruhe Stadt und nördlicher Landkreis Karlsruhe), Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Hessen statt.

Der international operierenden Rauschgifthändlerbande wird vorgeworfen, allein in den letzten zwei Jahren mindestens 460 kg Haschisch, 125 kg Marihuana, 80 kg Amphetamin und 19 kg Kokain eingeschmuggelt bzw. Handel damit betrieben zu haben.

Nach den vorliegenden Erkenntnissen bezog die Tätergruppierung das Rauschgift überwiegend aus den Niederlanden, Belgien und Polen.

Bei den Haupttatverdächtigen handelt es sich um einen 41-jährigen Karlsruher Geschäftsmann –der mutmaßliche Kopf der Bande- und einen 45-jährigen Mann aus dem nördlichen Landkreis Karlsruhe. Beiden werden auch enge Kontakte ins Rotlichtmilieu nachgesagt. Bei den sechs weiteren Komplizen, die überwiegend als Zwischenhändler fungierten und die heute Morgen ebenfalls festgenommen wurden, handelt es sich um zwei Männer (41 und 45 Jahre) und eine Frau (45 Jahre) aus dem nördlichen Landkreis Karlsruhe, einen 38-jährigen Augsburger, einen 34 Jahre alten Mann aus Bobenheim/Roxheim in Rheinland-Pfalz und einen in der Schweiz wohnhaften 47-jährigen Italiener. Mit dem schwunghaften Rauschgifthandel finanzierten die Tatverdächtigen ihren aufwändigen Lebensstil, wie den Kauf teurer Fahrzeuge oder Immobilien z.B. einer Apartmentwohnung im Wert von knapp über einer Million Euro auf Mallorca. In diesem Zusammenhang wurden bereits Maßnahmen getroffen, um die Gewinne aus den Straftaten einzuziehen bzw. auf legale Vermögenswerte zuzugreifen, denn Straftaten dürfen sich nicht lohnen. Der Entzug von Verbrechensgewinnen trifft die gewinnorientierte Kriminalität an ihrem Lebensnerv –dem „erwirtschafteten" Kapital.

Die Ermittlungen der Polizei waren ins Rollen gekommen, nachdem im Juni 2004 eine 52-jährige Rauschgiftkurierin aus dem Landkreis Karlsruhe in Mexiko-Stadt mit zwei Kilogramm Kokain festgenommen wurde. Sie befindet sich seither in Mexiko in Haft (mehrjährige Straferwartung). Im Rahmen der Festnahme in Mexiko ergaben sich erste Verdachtsmomente auf die Organisation des Rauschgiftschmuggels im großen Stil durch die Tätergruppierung um den 41-jährigen Karlsruher Geschäftsmann.

Nach weiteren umfangreichen Recherchen, zunächst durch Beamte der Kriminalaußenstelle Bruchsal und im weiteren Verlauf durch die Beamten der GER Karlsruhe, erhärtete sich dieser Verdacht.

In der Folgezeit gelang in Deutschland die Festnahme von drei weiteren Drogenkurieren und die Sicherstellung von 66 kg Marihuana, 17 kg Haschisch und 159.000 Schweizer Franken. Die Festgenommenen hatten das Rauschgift zum Teil in doppelte Böden der Kurierfahrzeuge eingebaut. Nach den bisherigen Ermittlungen besteht der Verdacht, dass auch diese Kurierfahrten von den Haupttatverdächtigen aus dem Karlsruher Raum initiiert worden waren.

Es ist derzeit davon auszugehen, dass durch die Festnahmen die Täterstrukturen und die gut funktionierende Organisation zerschlagen werden konnten.

Bei den Festnahme- und Durchsuchungsaktionen waren Beamte der GER Karlsruhe, des Zollfahndungsamtes Stuttgart, des Polizeipräsidiums Karlsruhe, des Spezialeinsatzkommandos Baden-Württemberg, der Bereitschaftspolizei Baden-Württemberg, des Mobilen Einsatzkommandos Karlsruhe, des Zollamts Lörrach, der Kantonspolizei Schwyz und der spanischen Polizei eingesetzt.

 

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