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Internet-Auktionsbetrüger ins Netz gegangen

Datum: 18.02.2005

Kurzbeschreibung: 

Gemeinsame Presseerklärung Staatsanwaltschaft Karlsruhe und Polizeipräsidium Karlsruhe

18.02.2005

Internet-Auktionsbetrüger ins Netz gegangen

Karlsruhe. Betrug und versuchter Betrug durch Anbieten und Verkauf von nicht existenten Waren über ein Internet-Auktionshaus in mehr als 800 Fällen wird einem mittlerweile inhaftierten 24-jährigen Mann aus Karlsruhe vorgeworfen. In dem von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Karlsruhe geführten Verfahren hat der bereits Ende Januar festgenommene Mann mit einem mehrfach verfälschten französischen Reisepass unter Verwendung von drei verschiedenen Namen bei insgesamt vier Geldinstituten Konten eröffnet, um die Geldüberweisungen abzuwickeln. Bei einem Internetauktionshaus bot der Betrüger über mehrere Verkäuferkonten seit Ende letzten Jahres nicht existente Rucksäcke, Taschen, Brieftaschen und Geldbörsen im Mittelpreissektor an. Die Ermittlungen des Betrugsdezernat der Karlsruher Kripo ergaben, dass es wohl vereinzelt zu Lieferungen gekommen war, der überwiegende Teil der ersteigerten Ware aber nie geliefert worden ist. Insgesamt entstand den vermeintlichen Käufern, die über das gesamte Bundesgebiet verteilt waren, ein Schaden in Höhe von über zehntausend Euro.

Auf die Spur des Mannes kamen die Ermittler durch ein zunächst gegen Unbekannt geführtes Verfahren wegen versuchten Kontoeröffnungs- und Überweisungsbetrugs in mehreren hundert Fällen, das ebenfalls von Staatsanwaltschaft und Kripo Karlsruhe geführt wurde. Hierbei hatte, wie sich später herausstellte, der gleiche 24-jährige Beschuldigte von einem Mittelsmann die Kunden- und Bankdaten einer in Karlsruhe ansässigen Firma erhalten und damit gefälschte Überweisungsformulare im Gesamtwert von annähernd 50.000 Euro mit kleinen Einzelbeträgen bei verschiedenen Banken im gesamten süddeutschen Raum eingereicht. Die gefälschten Überweisungen wurden von den Geldinstituten jedoch rasch bemerkt, die zuvor betrügerisch eröffneten Konten sofort gesperrt und die Polizei eingeschaltet.

Bei einer internen Prüfung stellte eine der betroffenen Banken fest, dass über ein später dort ebenfalls eröffnetes Konto Zahlungseingänge von mehreren Versteigerungen eines Internetauktionshauses eingegangen waren und somit ein Bezug zu den versuchten Überweisungsbetrugsdelikten bestand. Im Zuge der sich schwierig gestaltenden Ermittlungen, die durch das Internetauktionshaus unterstützt wurden, erhärtete sich der Verdacht, dass der 24-jährige Karlsruher unter verschiedenen Benutzernamen und nicht existenten Adressen insgesamt 889 Auktionen abgewickelt und für den Zahlungsverkehr mit dem mehrfach verfälschten Pass in betrügerischer Absicht Konten bei verschiedenen Banken eröffnet hatte. Zu der Frage, in wie vielen Fällen es tatsächlich zu einer Überweisung und somit zu einer Schädigung der Käufer kam, sind die umfangreichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. Auf Grund der erhobenen Umsätze auf den gesperrten Konten dürfte dies jedoch in der überwiegenden Anzahl der von dem Betrüger durchgeführten Auktionen der Fall sein. Mögliche Geschädigte von Internetauktionen sollten sich zur Anzeigeerstattung mit ihrer örtlichen Polizeidienststelle in Verbindung setzen.

Den in Untersuchungshaft sitzenden, bereits vorbestraften Mann erwartet bei einem Prozess eine mehrjährige Haftstrafe.

 

 

 

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