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Geldwäschetrick hatte keinen Erfolg - Betrügerpärchen dingfest gemacht

Datum: 24.11.2006

Kurzbeschreibung: 

Gemeinsame Presseerklärung Staatsanwaltschaft Karlsruhe und Polizeipräsidium Karlsruhe

Geldwäschetrick hatte keinen Erfolg – Betrügerpärchen dingfest gemacht

Karlsruhe. Mit einer haarsträubenden Story und einem tiefen Griff in die Trickkiste hat ein Betrügerpärchen im Alter von 22 und 29 Jahren einen Geschäftsmann aus der Karlsruher Südstadt um einen fünfstelligen Eurobetrag zu erleichtern versucht.

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Das von der Polizei am Donnerstag festgenommene Paar hatte seinen Coup von langer Hand vorbereitet. So erschien die aus dem Iran stammende Frau bereits vor mehreren Wochen im Laden des Geschädigten. Sie tischte dem Mann auf, bei einem Englischkurs in Südafrika einen Ministersohn kennengelernt zu haben, der für eine Existenzgründung in Deutschland dringend Hilfe benötigte.

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In der Folge kam es in einem Hotel der gehobenen Klasse zu einer in englischer Sprache geführten ersten Zusammenkunft mit dem 29-Jährigen, bei dem die junge Frau als Dolmetscherin fungierte. Nach den Vorstellungen des Pärchens sollte der Ladeninhaber beim Transfer von nicht weniger als 1,7 Millionen Euro ganz besondere Hilfestellung geben. Angeblich um den Zoll zu täuschen, hätte der Mann die Geldscheinbündel vor der Einreise ins Bundesgebiet mit einer Spezialflüssigkeit total eingeschwärzt. Allerdings ließe sich dieser Vorgang mit einer anderen Chemikalie wieder rückgängig machen.

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Zur Untermauerung des Gesagten zog der „Ministersohn“ drei schwarze Papierstreifen und beträufelte sie mit mehreren Tropfen aus einer Pipette, woraufhin tatsächlich echte Banknoten zum Vorschein kamen.

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Zur Beschaffung der minimum 75.000 US-Dollar kostenden Chemikalie sollte ihnen der Angesprochene mit einem namhaften Betrag unter die Arme greifen. Nach einer ganzen Reihe weiterer telefonischer Kontakte wurde schließlich die Übergabe von 25.000 Euro vereinbart. Allerdings war bei der Transaktion in einer Karlsruher Grünanlage auch die eingeschaltete Polizei zur Stelle. Nicht nur, dass der „südafrikanische Ministersohn“ aus dem mittelafrikanischen Kamerun stammte und auch auf keinerlei politisch tätige Vorfahren verweisen konnte.

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In dem von dem Festgenommenen genutzten Hotelzimmer fand sich auch eine große Zahl neuwertiger Kleidungsstücke, die zumindest teilweise aus Ladendiebstählen herrühren dürften.

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Während die junge Frau nach den ersten Feststellungen wieder auf freien Fuß kam, hat die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen den 29 Jahre alten Kameruner inzwischen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls gestellt. Die Vorführung beim zuständigen Richter soll noch im Laufe des Freitages erfolgen. Weitere umfangreiche Recherchen, unter anderem wegen Verdachts der Urkundenfälschung und Verstößen gegen das Ausländergesetz, haben inzwischen  beim Polizeirevier Südweststadt zur Einrichtung einer eigenen kleinen Ermittlungsgruppe geführt.

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Ein bei dem Duo sichergestellter vierstelliger Eurobetrag legt außerdem den Schluss nahe, dass der Trick der beiden schon einmal Erfolg hatte.

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Mögliche Geschädigte werden daher unter Telefon (0721) 939-4411 um ihre Meldung gebeten. Gegen den Tatverdächtigen hat der zuständige Richter am Freitagnachmittag Haftbefehl erlassen. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

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