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Mit geliehenen Pässen Philippinen eingeschleust - 59-jähriger Schleuser in Untersuchungshaft

Datum: 07.09.2006

Kurzbeschreibung: 

Gemeinsame Presseerklärung Staatsanwaltschaft Karlsruhe und Polizeipräsidium Karlsruhe

 

Mit geliehenen Pässen Philippinen eingeschleust - 59-jähriger Schleuser in Untersuchungshaft


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Karlsruhe/Friedrichshafen/Frankfurt/Manila. Mit der Inhaftierung eines 59 Jahre alten Mannes können jetzt die Karlsruher Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Kripo Friedrichshafen eine erfolgreiche Zwischenbilanz in einem Ermittlungsverfahren wegen Schleuserkriminalität ziehen.

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Dem Beschuldigten wird vorgeworfen, in mindestens 20, vermutlich aber in über 100 Fällen, philippinische Staatsangehörige per Flugreisen nach Deutschland eingeschleust zu haben.

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Ein Hinweis, wonach ein zunächst unbekannter deutscher Mann vom Bodensee über eine Komplizin im Karlsruher Raum bei mehreren Philippinen Pässe einsammeln lasse, brachte im Mai die Ermittlungen ins Rollen. Angeblich seien die Pässe vier bis sechs Wochen lang zum Preis von bis zu 1.000 Euro überlassen worden.

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Aufgrund dieser Erkenntnisse eröffnete die Staatsanwaltschaft Karlsruhe ein Verfahren wegen des Verdachts der gewerbs- und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern. Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen übernahm das Dezernat „Organisierte Kriminalität“ des Polizeipräsidiums in Zusammenarbeit mit der Polizeidirektion Friedrichshafen.

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Nach Aufnahme der Ermittlungen durch die „AG Phil“ war der Hauptverdächtige rasch identifiziert. Es stellte sich heraus, dass der als arbeitslos gemeldete 59-jährige Mann einen aufwändigen Lebensstil führte, der mit seinen Einkünften als Hartz IV - Empfänger nicht zu vereinbaren war. Es kam ans Licht, dass der aus dem Landkreis Karlsruhe stammende Mann in Friedrichshafen eine Anlaufstelle hatte. Mit seiner philippinischen Frau und seinen Kindern hatte er sich in Manila einen zweiten Lebensmittelpunkt geschaffen.

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 Dort betrieb er ein Reisebüro, gleichsam als Schleuseragentur für ausreisewillige Philippinen. Er stattete die auf Wartelisten vorgemerkten Kunden für jeweils 9.000 Euro mit den aus Deutschland mitgebrachten geliehenen Pässen aus und flog mit ihnen in Kleingruppen nach Deutschland, wo er die Philippinen mit den „echten“ Papieren am Frankfurter Flughafen durch die Passkontrolle schleuste. Bei seiner letzten Aktion wurde er im August am Frankfurter Flughafen festgenommen.

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 Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der Beschuldigte dem Haftrichter beim Amtsgericht Karlsruhe vorgeführt, der die Untersuchungshaft anordnete. Bei gerichtlich angeordneten Wohnungsdurchsuchungen im nördlichen Landkreis Karlsruhe, in Friedrichshafen und Frankfurt wurden zahlreiche schriftliche Aufzeichnungen, Pässe und Lichtbilder sichergestellt. Außerdem wurde Bargeld in verschiedenen Währungen im Gesamtwert von über 50.000 Euro beschlagnahmt.

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Während seiner Aufenthalte in Südostasien wurde der 59-Jährige von mehreren Tatgenossen unterstützt, die seine „Geschäfte“ weiterführten und weitere Schleusungen vorbereiteten. Außerdem trafen sie die logistischen Vorbereitungen, um die Geschleusten vom Frankfurter Flughafen zum Bodensee bzw. direkt nach Italien zu verbringen. Diesbezügliche Ermittlungen dauern ebenso an wie die Ermittlungen gegen die in Deutschland lebenden Philippinen, die ihre Pässe gegen Bezahlung zur missbräuchlichen Verwendung ausgeliehen haben.

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Die Auslandsermittlungen wurden über das LKA und BKA initiiert und dauern ebenfalls noch an.



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