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GER Karlsruhe und Staatsanwaltschaft Karlsruhe gelingt erneuter Schlag gegen den internationalen Rauschgifthandel

Datum: 14.06.2006

Kurzbeschreibung: 

Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe, des Regierungspräsidiums Karlsruhe und des Zollfahndungsamtes Stuttgart

 

GER Karlsruhe und Staatsanwaltschaft Karlsruhe gelingt erneuter Schlag gegen den internationalen Rauschgifthandel
Neun Festnahmen und 99 Kilogramm Kokain sichergestellt

Hervorragende internationale Zusammenarbeit der Ermittlungsbehörden

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Seit dem Frühjahr 2005 ermittelt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe und die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) des Regierungspräsidiums Karlsruhe -bestehend aus Beamten der Landespolizeidirektion Karlsruhe und des Zollfahndungsamtes Stuttgart - gegen einen international tätigen Rauschgiftdealerring, der im großen Stil Kokain von Kolumbien nach Europa einschmuggelte.

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Mit der Festnahme von neun Männern im Alter zwischen 29 und 49 Jahren in Deutschland und Spanien sowie der Sicherstellung von 99 Kilogramm Kokain in den vergangenen Wochen wurde der europaweit agierenden Rauschgifthändlerorganisation nun das Handwerk gelegt. Unter den Festgenommenen befinden sich auch zwei führende Köpfe der Organisation, ein 40-jähriger Kolumbianer und ein 47-jähriger Italiener, beide mit Wohnsitz in Madrid.

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Den ersten Hinweis auf die Rauschgifthändler und -schmuggler bekamen die Ermittler der GER Karlsruhe vom Bundeskriminalamt in Wien. Der Ermittlungsbehörde in Österreich wurde bekannt, dass ein von Madrid aus operierender Rauschgiftdealerring neue Lager- und Transportmöglichkeiten in Europa für Kokain aus Kolumbien suchen würde. Die anscheinend schon seit Jahren im Rauschgiftgeschäft tätigen Dealer und Schmuggler würden auch über eigene Absatzmöglichkeiten verfügen.

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Die weiteren verdeckt geführten Ermittlungen ergaben, dass Verhandlungen über Rauschgifttransporte und die Besichtigung von geeigneten Lagermöglichkeiten für das kolumbianische Kokain von Angehörigen des Dealerrings auch im Raum Karlsruhe stattgefunden hatten.

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Die exzellente Zusammenarbeit und der rege Informationsaustausch mit den Behörden in Österreich, Spanien und Kolumbien ergab im Verlauf der weiteren Ermittlungen den Hinweis auf ein Containerschiff mit 64 kg Kokain an Bord, versteckt in Bananenkisten, das Kolumbien mit dem Ziel Hamburger Hafen verlassen hatte. Anfang April 2006 lief das Containerschiff im Hamburger Hafen ein. Ab diesem Zeitpunkt ließ die Polizei das Kokain nicht mehr aus den Augen.

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Durch die weiteren verdeckten Ermittlungen, in die auch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg eingebunden war, wurde bekannt, dass einer der Hintermänner in Madrid, nämlich der 47-jährige Italiener, an zwei Kolumbianer den Auftrag erteilt hatte, am 22.04.06 die Übergabe von 30 der 64 kg Kokain an einen 49 Jahre alten Italiener aus dem Ruhrgebiet und einen 35-jährigen Italiener aus Belgien durchzuführen. Übergabeort war Karlsruhe. Der Transport des Kokains von Hamburg nach Karlsruhe fand dabei unter der ständigen Kontrolle von Polizeikräften statt.

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In Karlsruhe übernahm das Mobile Einsatzkommando des Regierungspräsidiums Karlsruhe die Observation der Tatverdächtigen. Als es zur Übergabe des Rauschgiftes kam, griffen die Beamten der Spezialeinheit zu und nahmen die beiden 39 und 40 Jahre alten Kolumbianer sowie die beiden italienischen Abnehmer fest. Bei den anschließenden Durchsuchungsmaßnahmen konnten im Pkw des 49-jährigen Italieners 274.000 Euro, versteckt unter der Motorhaube, aufgefunden und sichergestellt werden.

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 Wie die Folgeermittlungen ergaben, wurden bereits im Zuge der „Geschäftsabwicklung“ in Karlsruhe durch den Hintermann in Madrid weitere 600 kg Kokain in Kolumbien geordert. Das in Karlsruhe sichergestellte Kokain war nach den bisherigen Erkenntnissen der Ermittler für Abnehmer in den Niederlanden und Italien vorgesehen, die angeblich jährlich mehrere 100 kg des Rauschgiftes abnehmen würden.

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Nur eine Woche später gelang es den Ermittlungsbehörden mit weiteren Festnahmen und Kokain-Sicherstellungen in Köln, den Dealerring endgültig zu sprengen. Dieses Mal war es der 40-jährige kolumbianische Hintermann in Madrid, der einen 29-jährigen Kolumbianer, ebenfalls mit Wohnsitz in Spanien, zur Vermittlung eines Kokain-Deals nach Deutschland geschickt hatte. Nach Verhandlungen mit dem vermeintlichen Kaufinteressenten wurde die Übergabe von 35 kg Kokain am 27.04. in Köln vereinbart.

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Und wieder war die Polizei rechtzeitig zur Stelle und nahm bei der geplanten Rauschgiftübergabe den 29-jährigen Kolumbianer sowie zwei weitere Landsleute von ihm, 40 und 50 Jahre alt, ebenfalls mit Wohnsitz in Spanien, fest. Gegen die in Deutschland festgenommenen Kolumbianer und Italiener wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe Haftbefehle erlassen.

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Die führenden Köpfe in Madrid konnten Anfang bzw. Ende Mai 2006 von der spanischen Polizei festgenommen werden. Einer der Beschuldigten wurde bereits an die deutsche Justiz ausgeliefert, der andere befindet sich noch in Auslieferungshaft.

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Insgesamt ist das Ermittlungsverfahren als hervorragendes Beispiel für die internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des organisierten Rauschgifthandels/ -schmuggels zu bezeichnen, an der neben den Behörden von Kolumbien, Spanien und Österreich auch die Behörden von Mexiko, Belgien, Panama und den Niederlanden eingebunden waren.

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Die internationale Zusammenarbeit mit den Polizei-, Zoll- und Justizbehörden der südamerikanischen und europäischen Staaten wurde durch das Bundeskriminalamt in Wiesbaden und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg unterstützt. Auch dadurch konnten Mitglieder der in diesen Ländern tätigen Organisationsnetzwerke identifiziert, Ermittlungen vor Ort initiiert und durch Zulieferung von Erkenntnissen unterstützt werden.



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