Suchfunktion

Ermittlungsgruppe "Mobile Kinderbanden" - Langwierige und schwierige Ermittlungen führten zum Erfolg - Hintermann in Haft

Datum: 12.05.2006

Kurzbeschreibung: 

Gemeinsame Presseinformation der Staatsanwaltschaft Karlsruhe und des Regierungspräsidiums Karlsruhe


Ermittlungsgruppe „Mobile Kinderbanden“ - Langwierige und schwierige Ermittlungen führten zum Erfolg

Hintermann in Haft


Nach monatelangen umfangreichen und länderübergreifenden Ermittlungen der EG „Mobile Kinderbanden“ hat die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen einen mutmaßlichen Hintermann einer sog. „mobilen Kinderbande“, einen 38-jährigen möglicherweise kroatischen Staatsangehörigen, Anklage wegen schweren Bandendiebstahls erhoben. Ihm wird vorgeworfen, in 19 Fällen überwiegend Jugendliche und strafunmündige Kinder, die regelmäßig aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen, zu Wohnungseinbruchsdiebstählen angeleitet zu haben.

zum Seitenanfang

Bereits seit einigen Jahren häufen sich entlang der Rheinschiene Tageswohnungseinbrüche und Trickdiebstähle durch mobile Kinderbanden. Die eigens zur Bekämpfung dieser Kriminalitätsform eingerichtete Ermittlungsgruppe (EG) „Mobile Kinderbanden“ arbeitet seit April des letzten Jahres auf Hochtouren, um den Hintermännern dieser mobilen Kinderbanden das Handwerk zu legen.

zum Seitenanfang

Auf die Spur des 38-jährigen Beschuldigten kamen die Ermittler nach einem versuchten Tageswohnungseinbruch durch zwei strafunmündige Kinder im Juli des vergangenen Jahres in Lahr im Ortenaukreis. Die im Anschluss an diese Straftat von der EG „Mobile Kinderbanden“ im Auftrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe geführten Ermittlungen ließen den 38-jährigen Mann immer mehr ins Visier von Staatsanwaltschaft und Ermittlungsgruppe geraten.

zum Seitenanfang

Dass die Ermittlungsbehörden auf der richtigen Spur waren, zeigte sich am Silvesterabend 2005. Nach einem Wohnungseinbruchsdiebstahl im Rhein-Neckar-Kreis durch ein strafunmündiges Kind und einen Jugendlichen wurde der Mann in Tatortnähe vorläufig festgenommen. Bei der Durchsuchung seines Fahrzeuges konnte das Diebesgut aus dem Einbruchsdiebstahl und weitere Schmuckstücke bislang ungeklärter Herkunft in einem speziellen Versteck im Dachhimmel aufgefunden werden.

zum Seitenanfang

Ob weitere 160 Schmuckstücke und Uhren, die bei der anschließenden Durchsuchung des Lagerplatzes des Beschuldigten und der Kinderbande aufgefunden wurden, ebenfalls aus Straftaten stammen, bedarf weiterer Überprüfungen.

zum Seitenanfang

Nach dem Abschluss der umfangreichen Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Ermittlungsgruppe steht der Beschuldigte im Verdacht, an insgesamt 19 Wohnungseinbruchsdiebstählen, die durch Kinder und Jugendliche begangen wurden, als Drahtzieher beteiligt gewesen zu sein. Die bisher festgestellte Schadenssumme liegt bei rund 160.000 €.

zum Seitenanfang

Gegen den Beschuldigten wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe wegen des Verdachts des schweren Bandendiebstahls Haftbefehl erlassen. Er befindet sich seit seiner Festnahme in Untersuchungshaft.

zum Seitenanfang

Nach den bisherigen Erkenntnissen war das deutsch-französische Grenzgebiet Ausgangspunkt für die Diebestouren der Bande. Dabei erstreckte sich ihr „Einsatzbereich“ nicht nur auf Baden-Württemberg, sondern offensichtlich auch auf Frankreich, die Schweiz und Italien.

zum Seitenanfang

Die Straftaten erfolgten größtenteils nach dem immer gleichen Muster. Jeweils vor der eigentlichen Tatausführung wurden die in Frage kommenden Tatobjekte ausgespäht. Dann klingelten die Kinder bzw. Jugendlichen im Auftrag des Hintermannes an den Haus- oder Wohnungseingangstüren. Im Falle der Anwesenheit der Wohnungsinhaber erkundigten sich die Täter zur Ablenkung nach nicht existenten Personen.

zum Seitenanfang

Eine, wenn auch kurze, Abwesenheit der Wohnungsinhaber nutzten die kind- und jugendlichen Täter dann, um den eigentlichen Wohnungseinbruch durchzuführen. Von ihrem Hintermann erhielten sie hierzu konkrete Handlungsanweisungen. Der deckte nicht nur die Tatausführung ab, sondern warnte auch vor der Rückkehr der Wohnungsinhaber. Nach Tatvollendung nahm er das jeweilige Diebesgut in Empfang. Gezielt wurden nur hochwertige Schmuckstücke, Uhren und Bargeld gestohlen.

zum Seitenanfang

Besonders verwerflich an der Tatbegehung ist, dass die strafunmündigen Kinder und  die jugendlichen Täter, zumindest teilweise, von dem Beschuldigten zur Begehung der jeweiligen Eigentumsdelikte gezwungen wurden. So sind sie nicht nur Täter, sondern auch Opfer, da sie als Tatwerkzeug ausgebildet, benutzt und ausgebeutet wurden.

zum Seitenanfang

Die strafunmündigen Intensivtäter zeigten beim Kontakt mit der Polizei ein augenscheinlich routiniertes Verhalten, sie schienen im Hinblick auf den Kontakt mit der Polizei geschult worden zu sein. So versuchten sie bei jeder Gelegenheit, die polizeilichen Maßnahmen zu unterlaufen.

zum Seitenanfang

Da es bisher nicht möglich war, alle aus den Straftaten sichergestellten Gegenstände den Eigentümern zuzuordnen, sind die Lichtbilder der Gegenstände im Internet unter

Weiterleitung auf www.polizei-bw.de www.polizei-bw.de (Fahndungen / Sachfahndung)

eingestellt. Hinweise, die zur Klärung der Eigentumsverhältnisse beitragen können, nimmt die Ermittlungsgruppe "Mobile Kinderbanden" unter der Telefonnummer 07851 / 8895-100 entgegen.

zum Seitenanfang

Hintergrundinformationen zur Ermittlungsgruppe „Mobile Kinderbanden“

Die EG „Mobile Kinderbanden“ hat im April des vergangenen Jahres ihre Arbeit in den Räumen des Gemeinsamen Zentrums der deutsch-französischen Polizei- und Zollzusammenarbeit (GZ) in Kehl aufgenommen. Die zwölfköpfige, gemeinsame Ermittlungsgruppe der Landespolizeidirektionen (LPD) Freiburg und Karlsruhe setzt sich zentral mit der grenzüberschreitenden Kriminalität von „Kinderbanden“ auseinander. Sie untersteht unmittelbar der Abteilung 6 -Landespolizeidirektion- beim Regierungspräsidium Karlsruhe.

zum Seitenanfang

Zentrale Aufgabe der Ermittlungsgruppe war und ist es, alle bisher bekannten Fälle auszuwerten, Tat- und Täterzusammenhänge zu erkennen, Organisationsstrukturen festzustellen und erkannte Tatverdächtige, insbesondere Hinterleute und Organisatoren, beweiskräftig zu überführen und schließlich eine bandenmäßige Handlungsweise nachzuweisen.

zum Seitenanfang

Die Kinderbanden und Hintermänner lagern oft im deutsch-französischen Grenzgebiet. Die örtliche Anbindung der Ermittlungsgruppe an das Gemeinsame Zentrum in Kehl ist ein Vorteil im Hinblick auf eine enge Kooperation über die Grenzen hinweg. Bei der Bekämpfung des Kriminalitätsphänomens „Mobile Kinderbanden“ hat sich die gute deutsch-französische Zusammenarbeit erneut bewährt.

zum Seitenanfang

Um den mobilen Kinderbanden und ihren Hinterleuten das Leben schwer zu machen, bittet die Polizei im Zusammenhang mit Einbruchsversuchen um erhöhte Wachsamkeit. Wer mitbekommt, dass mögliche Einbruchsobjekte von fremden, südosteuropäisch aussehenden Kindern ausgekundschaftet werden, wird gebeten, sofort die Polizei zu informieren.

zum Seitenanfang

Ferner sollten beim Verlassen von Wohnungen oder Wohnhäusern sorgfältig alle Türen und Fenster verschlossen sein. Sinnvoll ist auch der Einbau einbruchshemmender Türen und Fenster sowie die Installation von elektronischem Einbruchsschutz. Hierzu beraten kostenlos, unverbindlich und produktneutral die Teams der Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen. Spezielle Tipps, wie Sie Ihr Haus sicher schützen können, bekommen Sie auch im Internet unter Weiterleitung auf www.polizei-beratung.de www.polizei-beratung.de


zurück zur Auswahlseite 

Fußleiste