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Mutmaßlicher Serienräuber nach umfangreichen polizeilichen Maßnahmen gefasst - gemeinsam mit Vater und Bruder betrieb er zudem professionelle Cannabisaufzucht

Datum: 05.10.2007

Kurzbeschreibung: 

Gemeinsame Presseerklärung Staatsanwaltschaft Karlsruhe und
Polizeipräsidium Karlsruhe


Mutmaßlicher Serienräuber nach umfangreichen polizeilichen Maßnahmen gefasst – gemeinsam mit Vater und Bruder betrieb er zudem professionelle Cannabisaufzucht


Karlsruhe. Mit der Festnahme eines 19 Jahre alten dringend Tatverdächtigen sind die Staatsanwaltschaft Karlsruhe und das Polizeipräsidium Karlsruhe nach wochenlangen offen und verdeckt geführten intensiven Maßnahmen der Klärung von rund 20 Raubtaten zum Nachteil älterer Damen den wohl entscheidenden Schritt nähergekommen.



Das Mobile Einsatzkommando der Landespolizeidirektion konnte den ins Visier der Ermittler geratenen Verdächtigen am Donnerstagnachmittag nach  einem versuchten Handtaschenraub in der Sophienstraße trotz Flucht dingfest machen.



Was der Täter nicht wissen konnte: diesmal war sein Opfer eine als ältere Frau getarnte Kriminalbeamtin. Nachdem der Räuber auf seinem Fahrrad mit hoher Geschwindigkeit auf die vermeintliche Rentnerin zugefahren war und ihr die Handtasche entreißen wollte, widersetzte sich diese vehement. Der Bursche ließ daraufhin von seinem Vorhaben ab und suchte sein Heil in der Flucht. 



In einem Treppenhaus in der Bunsenstraße konnte er schließlich widerstandslos festgenommen werden. Das benutzte Fahrrad sowie ein offenbar bei mehreren Taten getragenes Kapuzenshirt hatten die Beamten unmittelbar zuvor auf der Straße sichergestellt.



Die richterlich angeordnete Durchsuchung der elterlichen Wohn- und Kellerrräume führte wenig später zur Entdeckung einer professionell betriebenen Cannabisplantage. Nach den Ermittlungen der Kriminalpolizei hatte der 58 Jahre alte Vater des mutmaßlichen Räubers die technisch anspruchsvolle Aufzuchtanlage installiert und das hier gewonneneMarihuana mit Hilfe seiner beiden 19 und 24 Jahre alten Söhne an zahlreiche Karlsruher Abnehmer verkauft.



Wegen der fortgesetzten Raubtaten beziehungsweise wegen gewerbs- und bandenmäßiger erheblicher Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz stellt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen alle drei Festgenommenen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls.



Ihre Vorführung vor dem zuständigen Richter ist noch für Freitagnachmittag vorgesehen.



Wie berichtet, hatte ein Handtaschenräuber in der Stadt bereits seit Mai sein Unwesen getrieben. Immer wieder war er mit dem Rad an ältere Frauen herangefahren, hatte ihnen die Taschen entrissen und war sofort davongeradelt. Durch den rasanten Tatablauf und den erlittenen Schrecken konnten die Rentnerinnen den Täter zumeist nur oberflächlich beschreiben.



Die Sofortfahndungen der Polizei führten regelmäßig nicht zur Festnahme von Verdächtigen. Bereits frühzeitig leitete das Polizeipräsidium zur Ermittlung des Räubers umfangreiche konzeptionelle und ebenso zeit- wie personalintensive Maßnahmen ein.



Unterstützt wurden die Ermittler hierbei von ihren Kollegen der Schutzpolizei, der Bereitschaftspolizei wie auch der Landespolizeidirektion.



Als sich beim Abgleich mit dem Rauschgiftdezernat ein zunächst vager Hinweis auf den im Fokus dortiger Ermittlungen stehenden 19-Jährigen ergab, wurden die Raubermittler hellhörig. Nicht nur, dass die Beschreibungen der beraubten Frauen auf den wegen Drogendelikten bekannten Burschen passten. Der junge Mann war auch im vergangenen Jahr schon einmal wegen Eigentumsdelikten zum Nachteil älterer Passantinnen polizeilich in Erscheinung getreten. 



In der Folge konnten die Beamten ihre Vermutungen immer weiter untermauern. Mit der versuchten Tat am Donnerstag schloss sich der Kreis um den auch selbst drogenabhängigen 19-Jährigen nun offenbar endgültig.



Ob ihm, seinem Vater oder dem älteren Bruder womöglich noch weitere Straftaten angelastet werden müssen, sollen bis zur Stunde andauernde umfangreiche kriminalpolizeiliche Ermittlungen zeigen.



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