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Enkeltrick - überregional agierende Trickbetrüger in Untersuchungshaft

Datum: 08.04.2009

Kurzbeschreibung: 

Gemeinsame Presseerklärung von Staatsanwaltschaft Karlsruhe und Polizeipräsidium Karlsruhe

Mittwoch, 08. April 2009

Enkeltrick - überregional agierende Trickbetrüger in Untersuchungshaft

Karlsruhe/Stuttgart. Wie Staatsanwaltschaft und Polizeipräsidium Karlsruhe aus ermittlungstaktischen Gründen erst jetzt mitteilen können, waren Fahnder der Polizeipräsidien Karlsruhe und Stuttgart Ende März bei Ermittlungen gegen eine überregional agierende Trickbetrügerbande erfolgreich.

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Bereits am Freitag, dem 20.03.09, gelang in Stuttgart-Zuffenhausen die Festnahme von zwei Trickbetrügern, deren Masche unter der Kategorie "Enkeltrick" einzuordnen ist. Gegen die aus Litauen stammenden Männer im Alter von 21 und 23 Jahren erging in der Folge auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart Haftbefehl. Das entsprechende Verfahren hat zwischenzeitlich die Staatsanwaltschaft Karlsruhe übernommen.

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Von den Festnahmen offenbar unbeeindruckt setzte die Gruppierung ihre Aktivitäten fort. Am darauffolgenden Montag wurde im Stuttgarter Stadtteil Weilimdorf ein drittes Bandenmitglied festgenommen und dem Haftrichter in Karlsruhe vorgeführt. Auch dieser 23-jährige Mann aus Litauen verblieb in Untersuchungshaft.

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Auslöser für die ersten Festnahmen an besagtem Freitag war die Anzeige einer 84-jährigen Frau aus Stuttgart-Luginsland. Ein Mann hatte bei der Rentnerin vormittags angerufen und sich als ihr Enkel ausgegeben. Nach seinen Worten brauchte er dringend Geld und forderte die Bereitstellung von 5000 Euro. Die aus der Ukraine stammende Frau misstraute allerdings dem Anrufer und rief sicherheitshalber bei ihrem Enkel zurück, der von dem Ansinnen allerdings nichts wusste. Noch während der Anzeigenaufnahme durch die hinzugerufenen Polizeibeamten gingen bei der Rentnerin zwei weitere Anrufe des angeblichen Enkels ein.

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Zur gleichen Zeit schalteten sich Betrugsfahnder des Polizeipräsidiums Karlsruhe ein, die bereits seit geraumer Zeit Ermittlungen gegen die Bande führten. In einer gemeinsamen Aktion konnten schließlich in Zuffenhausen und Stuttgart-Weilimdorf die drei Tatverdächtigen festgenommen werden.

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Nach den Erkenntnissen der Karlsruher Kripo hatten die Täter in allen Fällen mittels Mobiltelefon von Litauen aus gezielt ältere, aus dem osteuropäischen Raum stammende Personen kontaktiert. Unter dem Vorwand, ein naher Angehöriger sei durch einen Unfall in Litauen von der Polizei unter Wegnahme des Mobiltelefones festgesetzt worden und brauche dringend Bargeld, um sich freizukaufen, sollten Beträge zwischen 5.000 und 8.000 Euro ergaunert werden.

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Aufgrund von Recherchen bei den litauischen Strafverfolgungsbehörden waren die Karlsruher Ermittler auf Überschneidungen zwischen den aktuellen Vorgängen in Stuttgart und von vier Fällen im Karlsruher Bereich gestoßen, wo die Täter in einem Fall mit 2.500 Euro erfolgreich waren und drei weitere Fälle im Versuch stecken geblieben waren. Nach gegenwärtigem Ermittlungsstand war die Bande zudem auch darüber hinaus überregional aktiv. Weitere Ermittlungen unter Federführung der Betrugsfahnder der Karlsruher Kriminalpolizei dauern derzeit noch an.

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Zusatz der Kriminalpolizei:

Die Kripo geht davon aus, dass auch künftig mit solchen Betrugsversuchen zu rechnen ist. Sie rät deshalb:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.
  • Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.
  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache.
  • Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
  • Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110.



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