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Hoher Schaden durch Skimming-Serie in Süddeutschland - International organisierte Betrüger festgenommen - Haftbefehl gegen zwei dringend Tatverdächtige erlassen

Datum: 11.11.2010

Kurzbeschreibung: 

Gemeinsame Presseerklärung Staatsanwaltschaft Karlsruhe und Polizeipräsidium Karlsruhe

11. November 2010

Hoher Schaden durch Skimming-Serie in Süddeutschland - International organisierte Betrüger festgenommen - Haftbefehl gegen zwei dringend Tatverdächtige erlassen

Karlsruhe/Augsburg. Nach einer Serie von Datenausspähungen an Geldautomaten im baden-württembergischen und grenznahen bayerischen Raum ist den Ermittlungsbehörden in einer länderübergreifenden Aktion die Festnahme von zwei 22 und 39 Jahre alten Betrügern gelungen. Die beiden Männer stehen in dringendem Verdacht, an bislang sieben bekannten Tatorten die Daten von mehr als 100 Nutzern von Geldautomaten ausgespäht zu haben.

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Bei innerhalb kurzer Zeit mit diesen Daten in Australien getätigten Abhebungen und Verfügungen wurde dabei ein bislang bekannter Schaden von rund 170.000 Euro angerichtet. Gegen die letztlich in Augsburg festgenommenen Täter hat der zuständige Richter Ende Oktober Haftbefehl erlassen.

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Auf die Spur der international tätigen Betrüger kamen Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft nach einer Skimming-Tat am 18. September bei einer Bank in der Karlsruher Kaiserstraße. Dort brachten die nun festgenommenen Betrüger morgens gegen 5 Uhr eine für Kunden nicht zu erkennende Kameraleiste im Bereich eines Geldautomaten an. In der Folge spähten die Täter die Kartendaten und die PIN von mindestens 40 Kunden der Bank aus.

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Diese Daten wurden zeitnah offenbar über das Internet zu Abnehmern transferiert und führten zu insgesamt 20 Verwertungstaten in südlichen Vororten der australischen Großstadt Sydney. Bei diesen Abhebungen oder Einkäufen wurde allein mit den Daten der Karlsruher Kunden ein Sachschaden von rund 30.000 Euro angerichtet.

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In der Folge führten Staatsanwaltschaft und das Betrugsdezernat der Kripo Karlsruhe umfangreiche operative Ermittlungen und Überwachungsmaßnahmen durch, die durch die geschädigte Bank in besonderem Maße unterstützt wurden. Hierbei erlangten die Ermittler Kenntnis von einer offenbar kurz bevorstehenden "Skimming-Tat" in Augsburg. In enger Abstimmung mit der Karlsruher Kriminalpolizei legten sich die dortigen Ermittler auf die Lauer und konnten die beiden in Deutschland wohnsitzlosen rumänischen Staatsangehörigen in den Nachtstunden des 23. Oktobers bei der Tatausführung im Foyer einer Bank festnehmen.

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Bei den anschließenden Durchsuchungen in deren Pkw und in einem Hotelzimmer wurde umfangreiches Beweismaterial, wie eine Kameraleiste und ein Skimming-Vorsatz, gefunden. Beide Täter machten keine Angaben zur Sache und wurden nach der Vorführung beim Richter in verschiedene Justizvollzugsanstalten gebracht.

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Die weiteren Ermittlungen, insbesondere die Auswertung von Videomaterial ergaben, dass die beiden Täter neben Karlsruhe und Augsburg auch in Offenburg, Ulm, Freiburg, Stuttgart und Pforzheim Geldautomaten manipuliert hatten. Die Ermittler gehen davon aus, dass den beiden Festgenommenen weitere Tatorte zugeordnet werden können.

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Zusatz der Polizei zur Verhinderung solcher Betrugsfälle:

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass ein Großteil der nun ermittelten Ausspähungen der PIN durch die Kunden einfach zu verhindern gewesen wäre. Wie in rund der Hälfte aller Spähversuche nutzten die Täter auch hier eine Kameraleiste, welche die Eingabe der PIN durch den Kunden aufzeichnete. Mittels einfachem Abdecken der Nummerneingabe mit der Hand, dem Geldbeutel oder anderen Gegenständen wäre in den vorliegenden Fällen die PIN nur dort geblieben, wo sie hingehört - nämlich in das Gedächtnis des Besitzers und nicht in die Hände von Betrügern.

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