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27 Jahre alte Frau verstorben - Haftbefehle gegen Eltern: dringender Verdacht des Totschlags durch Unterlassen

Datum: 06.04.2010

Kurzbeschreibung: 

Gemeinsame Presseerklärung Staatsanwaltschaft Karlsruhe und Polizeipräsidium Karlsruhe

Karlsruhe, 6. April 2010

27 Jahre alte Frau verstorben
Haftbefehle gegen Eltern: dringender Verdacht des Totschlags durch Unterlassen

Karlsruhe. Nach dem Tod einer 27 Jahre alten Frau hat das Amtsgericht Karlsruhe auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe am 01.04.2010 Haftbefehle gegen deren 64 bzw. 57 Jahre alte Eltern erlassen. Gegen beide besteht der dringende Verdacht des Totschlags durch Unterlassen.

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Die an einer Gefäßerkrankung leidende Frau lebte in Karlsruhe-Dammerstock bei ihren Eltern, die sich um sie kümmerten und für ihre Pflege verantwortlich waren. Am Abend des 30.03.2010 riefen sie einen Arzt, da sie ihre Tochter nicht mehr ansprechen konnten. Der hinzugezogene Polizeiarzt konnte in Anwesenheit von Kriminalbeamten des zuständigen Fachdezernates nur noch den Tod der Frau feststellen.

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Eine tragfähige Aussage zu Todesursache und Todeszeitpunkt war zunächst nicht möglich. Die vorläufigen Ergebnisse der deswegen veranlassten Obduktion widerlegten die erste Einschätzung, wonach der Tod bereits vor längerer Zeit eingetreten sein müsse. Nach Begutachtung durch die Rechtsmedizin war nunmehr davon auszugehen, dass die 27 Jahre alte Frau bis kurz vor der Alarmierung des Arztes noch gelebt hatte.

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Die vor Ort angetroffene Situation und das vorläufige Obduktionsergebnis begründen gegen die Eltern der Frau den dringenden Verdacht eines Tötungsdelikts durch Unterlassen.

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Der offensichtlich sehr schlechte Allgemeinzustand der Frau hätte bereits vor längerer Zeit die Hinzuziehung eines Arztes geboten; die dringend notwendige ärztliche Behandlung und pflegerische Betreuung hätten so gewährleistet werden können. Den Eltern der Frau wird vorgeworfen, dies trotz klarer Erkennbarkeit bis zuletzt unterlassen zu haben. Der Tod sei Folge dieser Untätigkeit gewesen.

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Die weiteren Ermittlungen betreffen insbesondere auch die Frage, inwieweit persönliche Umstände für die Erfassung und Bewertung der konkreten Situation durch die Eltern eine Rolle gespielt haben könnten.

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